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Rezension: Weinpaket: Felsengartenkellerei Besigheim

 Foto: Helga König
Die Felsengartenkellerei ist die größte Steillagengenossenschaft Baden Württembergs. Sie verfügt über etwa 130 ha ausgewiesene Steillagen, davon sind circa 110 ha in Terrassenform angelegt. Nicht nur, dass dadurch eine einmalige Kulturlandschaft an Neckar und Enz erhalten wird, sondern das Erbe früherer Generationen hat auch einen gesicherten Fortbestand. Insgesamt tragen etwa 1650 Mitglieder aus den Weinbaugemeinden Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Gemmrigheim, Hessigheim, Ingersheim, Löchgau, Walheim, Ilsfeld, Abstatt und Neckarwestheim zum Erfolg dieser besonderen Winzergenossenschaft bei. Mit dem Konzept "Weine aus Steillagen" werden unter Berücksichtigung der vorteilhaften, klimatischen Verhältnisse Weine von hoher Qualität erzeugt.

Exklusive Einzellagen wie z.B. der Wurmberg oder der Felsengarten, aber auch die Großlage Schalkstein verfügen über intensive Sonneneinstrahlung und über wärmespeichernde Weinbergsmauern. Das Terroir besteht aus Muschelkalkverwitterungsböden, die dem Wein einen ganz speziellen Charakter verleihen. Die Lagen Helfenberg, Schlossberg, Burgberg und Rappen sind erst später zu der Felsengartenkellerei Besigheim hinzugekommen, nachdem sich einzelne Gemeinden der Genossenschaft angeschlossen haben. Die unterschiedlichen Rebsorten, die in dieser besonderen Kulturlandschaft am Neckar und an der Enz angebaut werden, sind zu 23% Trollinger, zu 17% Schwarzriesling, zu 16% Lemberger, zu 10% Spätburgunder, zu 3% Acolon und zu 2% Samtrot, was Rotweine anbelangt. Bei Weißweinen werden zu 14% Riesling, zu 4% Kerner und zu 3% Müller-Thurgau angebaut. Die restlichen 8% teilen sich in Muskat-Trollinger, Dornfelder, Zweigelt, Grau- und Weißburgunder, Chardonnay, Traminer und Silvaner auf.

Das Paket aus der Felsengartenkellerei Besigheim umfasst sechs verschiedene Weine:

Felsengartenkellerei Besigheim- 2012 Chardonnay, QbA "Schwarzer Rappe", trocken

Unter dem Begriff "Schwarzer Rappe" wird eine Edition von ausgesuchten Württemberger Weinen geführt, die eines gemeinsam haben, sie sind von ausgesuchter Qualität und verfügen über zahlreiche Prämierungen. Jeweils Voraussetzung ist der optimale Zeitpunkt der geernteten Trauben, Holzfass-Ausbau und Barrique-Lagerung. Der hier vorgestellte Chardonnay präsentiert sich im Glas mit einer hellgelben Farbe, die brillante Reflexe aufweist. Bei der olfaktorischen Prüfung, besonders wenn man den Wein einige Male im Glas geschwenkt hat, werden in der Nase Fruchtaromen erkennbar, die an reife Birnen erinnern.. Auf der Zunge und am Gaumen werden die Assoziationen noch verstärkt registriert, zudem wartet er mit einem karamelligen Schmelz auf.  Dieser Wein punktet außerdem durch seine Frische. Insgesamt ist er bestens ausbalanciert, was wiederum bei einem langen Nachhall angenehm festgestellt werden kann. Dieser Chardonnay ist ein gelungenes Beispiel für einen stoffigen Weißwein. Bei der Bundesprämierung hat er den Goldenen DLG Preis erhalten. Wir empfehlen dazu „ Chili mit Krebsen“ oder aber auch „ Gedünstetes Wolfsbarschfilet mit rosa Grapefruit". Der Wein hat 13,5% vol/alc und sollte bei 8-10 Grad getrunken werden.

Felsengartenkellerei Besigheim, 2012 Blanc de Noirs, QbA, trocken

Unter der Edition “Junge Cuvéeschmiede“ wird dieser Blanc de Noirs aus verschiedenen roten Burgundertrauben als dieser spezielle Weisswein angeboten. Ein leichter Rosé-Ton zeigt an, dass dieser Wein aus Rotweintrauben weiß gekeltert wurde. Dabei werden die Trauben so gepresst, dass allein der weiße Rebensaft ohne den roten Farbstoff aus der Beerenhaut entnommen wird. Das Bukett besteht aus kräftigen Aromen von Williamsbirnen und einem Anflug von Banane. Der Wein zeichnet sich durch eine besondere Fruchtigkeit aus und besitzt einen cremigen Schmelz.. Er eignet sich durchaus zu einem fröhlichen Trinkabend mit Freunden. Bei der Bundesprämierung der DLG hat er den Golden Preis erhalten. Wir empfehlen ihn zu Spanferkel mit Wintergemüse aber auch zu einem bunten Salat-Buffet. Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8-10 Grad getrunken werden.

Felsengartenkellerei Besigheim, 2012 Muskat-Trollinger QbA

Der Muskat-Trollinger ist eine Spezialität des Württembergischen Weinbaus. Die Felsengartenkellerei Bessigheim mit ihren Steilhanglagen bietet hervorragende Voraussetzungen für diesen gelungenen Rotwein. Im Glas zeigt er sich in einer klaren rubinroten Farbe. Er duftet sommerlich nach Rosen, Kirschen und Muskat. Sein Geschmack ist fruchtig, dabei sind seine Tannine weich und sorgen für einen vollmundiges Trinkvergnügen, mit dem entsprechend langen Nachhall. Dieser halbtrockene Rotwein eignet sich bestens für die Blaue Stunde. Man kann dazu dunkle Schokolade oder auch Marmorkuchen reichen. Bei der Bundesprämierung der DLG hat er den Golden Preis erhalten. Die Trauben für diesen Wein wurden nach streng ökologischen Richtlinien von BIOLAND angebaut und zwar auf hochwertigem Terroir. Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 18 Grad getrunken werden.

Felsengartenkellerei Besigheim, 2011 Spätburgunder, QbA, trocken

Dieser trockene Spätburgunder ist ein körperreicher, kräftiger Wein der Edition Fels und Justinus K. Alle Weine dieser Edition bestechen durch ausgeprägte, vielfältige Fruchtaromen und zarten Schmelz. Das Lesegut ist ertragsreduziert und stammt aus hervorragenden Weinbergslagen. Diese sind in erster Linie mit alten Reben bestockt. Bei der Bundesprämierung der DGL hat der Wein den „Goldenen Preis Extra“ erhalten. Im Glas zeigt er ein sattes Ziegelrot. Seinen Aromen erinnern an Waldbeeren. Im Geschmack ist er dicht und würzig und hat eine feine Tanninstruktur. Insgesamt überzeugt der Wein mit einer ausgewogenen Balance und zudem mit Kraft und Fülle. Mit Fug und Recht muss man hier von einem großen Spätburgunder sprechen. Wir empfehlen ihn zu Rinderfilet oder auch zu einer Wildschweinkeule. Der Wein hat 14% vol/alc, ist damit alles andere als ein Leichtgewicht und sollte bei 18 Grad getrunken werden.

Felsengartenkellerei Besigheim, 2012 Besigheimer Felsengarten Schwarzriesling Spätlese.

Bei der Bundesprämierung der DLG hat dieser Wein mit Prädikat den Golden Preis erhalten.  Diese Spätlese besticht durch ein leuchtendes Ziegelrot. Der Wein duftet nach Johannisbeeren und Himbeeren. Auf der Zunge und am Gaumen fällt er durch seine filigrane Säure auf. Dieser Schwarzriesling hat einen kräftigen Körper und eine cremige Restsüße. Er eignet sich bestens zu einem Schweinbraten, aber auch zu milden Käsesorten. Der Wein hat 11,5% vol/ alc und sollte bei 18 Grad getrunken werden.

Felsengartenkellerei Besigheim, 2012 Besigheimer Felsengarten Lemberger, Spätlese

Bei der Bundesprämierung der DLG hat dieser Prädikats-Wein ebenfalls den Golden Preis erhalten. Diese Lemberger Spätlese eignet sich hervorragend als Aperitif oder auch als Dessertwein. Im Glas zeigt er sich Granatrot, duftet hocharomatisch nach Sauerkirschen und Johanisbeeren und hat eine angenehme Süße auf der Zunge. Der Wein ist gut ausbalanciert und besticht durch einen langen Abgang. 12% vol/alc hat diese Lemberger Spätlese  und sie sollte bei 18 Grad getrunken werden.

Insgesamt muss gesagt werden, dass alle Weine aus der  Felsengartenkellerei Besigheim von besonderer Qualität sind, so wie die Philosophie der Genossenschaft dies ja vorgibt. Da sowohl das Terroir, es handelt sich hier um Muschelkalkverwitterungsböden, die ausgesprochenen Steilhanglagen, mit denen sie eingrenzenden Weinbergsmauern und das spezielle Mikroklima die optimalen Voraussetzungen bilden, um große, aber auch durchaus süffige Weine zu kreieren und dies bei einem gelungenen Preis-Leistungsverhältnis, kommt man zu dem Fazit, dass die getesteten Weine der Felsengartenkellerei Besigheim, gelegen in der idyllischen Landschaft an Neckar und Enz empfehlenswert sind.

Peter J. und Helga König

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